Wer in der Region Paderborn mit seinem Hund spazieren geht, sollte gerade besonders aufmerksam sein. Das Kreisveterinäramt hat offiziell gewarnt: In den Stadtteilen Marienloh und Schloss Neuhaus sowie in Bad Lippspringe wurden innerhalb kurzer Zeit sechs Waschbären positiv auf das Staupevirus getestet. Das Virus ist damit in der Wildtierpopulation direkt vor unserer Haustür angekommen.
Was das bedeutet, welche Hunde besonders gefährdet sind — und was du jetzt tun kannst.
Was ist Staupe?
Staupe ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die durch das Canine Staupevirus hervorgerufen wird und neben Hunden auch andere Raubtiere wie Füchse, Waschbären und Frettchen befallen kann. Die Sterbewahrscheinlichkeit betroffener Hunde nach Infektion wird weltweit nur von der Tollwut übertroffen.
Für Menschen ist das Virus vollständig ungefährlich — aber für ungeimpfte Hunde ist es eine ernste Bedrohung.
Wie steckt sich ein Hund an?
Das Canine Staupevirus wird durch Speichel, Nasen- und Augensekret, Kot und Urin infizierter Tiere übertragen. Eine Ansteckung braucht dabei keinen direkten Kontakt mit einem kranken Tier: Eine Ansteckungsgefahr für Hunde besteht, wenn sie in Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Tiere kommen oder sich dort aufhalten, wo infizierte Tiere zuvor gelegen haben.
Das bedeutet: Ein Waschbär muss nicht in Sichtweite sein, damit das Risiko besteht. Es reicht, wenn dein Hund an einer Stelle schnüffelt, an der ein infiziertes Tier vorher war.
Gerade Fuchs, Marder und der Waschbär werden als Erregerreservoire des Staupevirus angesehen. Bedingt durch das reichhaltige Nahrungsangebot und fehlenden Jagddruck trifft man sie immer häufiger in der Nähe menschlicher Siedlungen an. Waschbären sind dabei besonders problematisch, weil sie sich zunehmend auch tagsüber zeigen und kaum Scheu vor Menschen haben.
Welche Symptome zeigt ein erkrankter Hund?
Das Tückische an der Staupe ist, dass sie in verschiedenen Formen auftreten kann — je nachdem, welche Organe das Virus befällt:
Allgemeine Anzeichen sind Appetitlosigkeit, Teilnahmslosigkeit, hohes Fieber sowie Nasen- und Augenausfluss. Die Darmform zeigt sich durch Erbrechen und wässrigen, später blutigen Durchfall. Die Lungenform durch Niesen, erst trockenen, dann feuchten Husten, Atemnot.
Besonders gefürchtet ist die nervöse Form: Die das Nervensystem betreffende Form der Staupe führt meist zum Tod oder kann die Einschläferung des infizierten Tieres notwendig machen.
Gegen die Krankheit selbst gibt es kein Heilmittel. Die Behandlung zielt ausschließlich darauf ab, Symptome zu lindern und Komplikationen zu verhindern.
Welche Hunde sind besonders gefährdet?
Insbesondere Junghunde, ungeimpfte Tiere sowie Hunde mit unklarem oder unvollständigem Impfschutz sind gefährdet. Ältere Tiere können das Virus auch in sich tragen und ausscheiden, ohne selbst daran zu erkranken — sie sind dann aber trotzdem eine Ansteckungsquelle für andere Hunde.
Auch Impfmüdigkeit spielt eine wachsende Rolle: Europaweit wird eine Zunahme von Staupefällen auch bei Hunden beobachtet. Hier spielen unter anderem die Virusreservoire Fuchs, Marder sowie auch Waschbär, die Impfmüdigkeit der Hundehalter und der zunehmende Ankauf von nicht geimpften oder infizierten Hunden aus dem Ausland eine Rolle.
Was kannst du jetzt konkret tun?
Impfstatus prüfen — sofort. Die Staupe-Impfung gehört zu den Standardimpfungen und ist der einzig zuverlässige Schutz. Nur ein bestehender Impfschutz verhindert eine Infektion des Hundes mit dem Staupe-Virus. Wenn du nicht sicher bist, wann dein Hund zuletzt geimpft wurde — ruf jetzt in der Tierarztpraxis an.
Leine im Wald und an Waldrändern. Gerade in Gebieten, in denen infizierte Waschbären nachgewiesen wurden, sollte dein Hund nicht freilaufen. Das Kreisveterinäramt Paderborn empfiehlt außerdem, Hunde im Wald grundsätzlich an der Leine zu führen und den Kontakt zu Wildtieren oder verendeten Tieren zu vermeiden.
Verendete Tiere nicht anfassen und melden. Wer auffällige oder tote Wildtiere entdeckt, sollte diese nicht anfassen und den Fund dem zuständigen Jäger oder dem Kreisveterinäramt melden.
Bei Symptomen sofort zum Tierarzt. Wenn dein Hund nach einem Spaziergang auffällig müde ist, Nasenausfluss zeigt, hustet oder frisst, sollte das beim aktuellen Geschehen ernst genommen werden. Ein Schnelltest beim Tierarzt kann innerhalb kurzer Zeit Klarheit schaffen.
Was bleibt
Staupe ist kein Thema aus vergangenen Jahrzehnten — sie ist gerade jetzt, in unserer Region, real. Die gute Nachricht: Es gibt einen zuverlässigen Schutz. Ein aktueller Impfschutz, ein wachsamer Blick beim Spaziergang und der konsequente Verzicht auf Kontakt mit Wildtieren sind alles, was es braucht.
Piet ist geimpft. Ist dein Hund es auch?
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Für Fragen zum Impfstatus deines Hundes wende dich bitte an deine Tierarztpraxis.
Texterstellung unter Zuhilfenahme von Claude AI Sonnet 4.6
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